So rechnet der Rechner
Helligkeit: Lumen sind nicht gleich Helligkeit
Entscheidend ist die Leuchtdichte auf der Leinwand. Sie hängt vom Lichtstrom des Projektors, von der beleuchteten Fläche und vom Gain der Leinwand ab:
nits = Lumen × Gain × (1 − Tuchverlust) × (1 − Linsenverlust) ÷ (π × Fläche in m²)
Ein Foot-Lambert (fL) sind 3,426 nits. Die Formel gilt für eine ideal streuende Leinwand; der Gain beschreibt die Abweichung davon in Blickrichtung. Bei hohen Gain-Werten sinkt die Helligkeit seitlich der Mitte – das berücksichtigt der Rechner nicht.
Für den Lichtstrom zählt der kalibrierte Wert. Datenblatt-Lumen werden meist im hellsten Bildmodus gemessen und liegen oft deutlich über dem, was nach einer Kalibrierung auf D65 übrig bleibt. Wählst du einen Projektor aus der Liste, setzen wir deshalb 70 % der Herstellerangabe ein – eine grobe Annahme. Wenn du gemessen hast, trag deinen Wert ein.
Bewertung der Helligkeit
| fL | nits | Einordnung |
|---|---|---|
| unter 12 | unter 41 | zu dunkel, Bild wirkt matt |
| 12–16 | 41–55 | SDR-Kino-Referenz (dunkler Raum) |
| 16–24 | 55–82 | helles SDR, etwas Reserve |
| ab 24 | ab 82 | Reserve für HDR-Tonemapping |
Die Grenzen sind Orientierungswerte. Die Kino-Referenz von 14 fL (48 cd/m², Toleranz ±3,5 cd/m²) legt SMPTE ST 431-1 für die digitale Kinoprojektion fest. Für HDR mit Projektoren gibt es keinen festen Zielwert – mehr Helligkeit hilft dem Tonemapping.
AT-Tuch
Akustisch transparente Leinwände lassen Schall durch kleine Öffnungen oder ein Gewebe. Dadurch geht Licht verloren. Typische Herstellerangaben liegen im Bereich von wenigen bis über 20 Prozent – nimm den Wert aus dem Datenblatt deines Tuchs.
Scope: Zoom oder anamorphotische Linse
Projektoren haben fast immer ein 16:9-Panel. Für eine Scope-Leinwand (2,35:1 bis 2,40:1) gibt es zwei Wege. Zoom: Das 16:9-Bild wird so groß gezoomt, dass der Film die Leinwandbreite füllt. Die schwarzen Balken landen ober- und unterhalb der Leinwand. Bei 2,35:1 fallen etwa 24 % des Lichts auf diese Balken. Anamorphotische Linse: Der Projektor streckt das Bild vertikal auf das ganze Panel, die Linse dehnt es horizontal wieder auf. So wird das ganze Panel genutzt. Die Linse selbst kostet etwas Licht – den Wert kannst du eintragen. Wichtig: Die Throw Ratio bezieht sich dann auf die ungedehnte Bildbreite, also Bildhöhe × 16/9. Der Projektor kann dadurch näher an der Leinwand stehen.
Projektionsabstand und Lens Shift
Abstand = Throw Ratio × Bildbreite. Hersteller messen den Abstand unterschiedlich – manche ab Objektivfront, manche ab Gehäuse. Plane etwas Reserve ein.
Lens Shift verschiebt das Bild, ohne es zu verzerren. Der Rechner ermittelt, wie weit die Bildmitte von der Objektivachse entfernt ist – in Prozent der projizierten Bildhöhe bzw. -breite, so wie die meisten Datenblätter es angeben. Bei Scope per Zoom zählt die Höhe des ganzen 16:9-Bildes. Viele Projektoren können nicht gleichzeitig den vollen vertikalen und horizontalen Shift nutzen. Der Rechner prüft das vereinfacht (Rautenform). Wie sich dein Modell verhält, steht im Datenblatt.
Sitzabstand
Der horizontale Blickwinkel ist 2 × arctan(Bildbreite ÷ 2 × Abstand). Zwei Werte werden besonders oft genannt: mindestens 30° geht auf die SMPTE-Richtlinie EG 18-1994 zurück, die SMPTE 2003 zurückgezogen hat. THX empfiehlt Kinoplanern 36° vom entferntesten Sitz; die THX-Faustregel für Fernseher (Bilddiagonale = 0,835 × Sitzabstand) entspricht bei 16:9 rund 40°. Viele Enthusiasten sitzen bei Scope bewusst näher. Ein Richtig oder Falsch gibt es nicht – Bildschärfe, Sitzreihen und Geschmack spielen mit.
Häufige Fragen
Wie rechne ich Lumen in nits oder Foot-Lambert um?
Leuchtdichte (nits, cd/m²) = Lumen × Gain × (1 − Tuchverlust) ÷ (π × beleuchtete Fläche in m²). Ein Foot-Lambert entspricht 3,426 nits. Für Lumen sollte ein kalibrierter, gemessener Wert eingesetzt werden, nicht die Datenblattangabe.
Wie hell sollte das Bild im Heimkino sein?
Für SDR-Filme gelten im dunklen Raum etwa 14 bis 16 fL (rund 48 bis 55 nits) als Kino-Referenz. Mehr Helligkeit ist für HDR-Tonemapping nützlich. Unter 12 fL wirkt das Bild matt.
Zoom oder anamorphotische Linse für eine Scope-Leinwand?
Beim Zoomen bleibt das 16:9-Panel unverändert, die Balken oben und unten fallen auf die Maskierung – rund ein Viertel des Lichts geht bei 2,35:1 verloren. Eine anamorphotische Linse nutzt das ganze Panel, kostet aber selbst einige Prozent Licht und Geld.
Welcher Sitzabstand ist richtig?
Häufig genannt werden ein horizontaler Blickwinkel von mindestens 30° (aus der 2003 zurückgezogenen SMPTE-Richtlinie EG 18) und 36 bis 40° (THX). Der Rechner zeigt die passenden Abstände für deine Bildbreite.